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Nun ist es endlich da!
Der 14. Band unseres Orthistorikers Karl Hermann Boley.
Unter dem Namen "Vom Rittersitz zum Zollturm hat er nun sein Gesamtwerk "Beiträge zur Ortsgeschichte von Ober- und Unterzündorf" um die Seiten 1189 bis 1466 erweitert. Der Band 14 ist ab sofort bei den bekannten Verkaufsstellen und bei der Gemeinschaft Zündorfer Ortsvereine erhältlich.
Die Schutzgebühr/Preis für diesen Band ist 14,00 €




Auszug aus dem Buch Seite 1207, 1208.

Zum Schluß nenne ich noch einmal die Argumente von H. Huck in seinem Aufsatz in 'Rechtsrheinisches Köln', Jahrbuch für Geschichte und Landes­kunde, Band 2. 1976, die er als Beweis ansah, daß der Turm nicht als Zollturm benutzt worden sei - ich stelle unsere Argumente dagegen.

1.) Argument von H. Huck: Eine Heiratsurkunde aus dem Jahre 138o be­weist, daß der Turm zu dieser Zeit schon vorhanden war, also nicht 1425 erbaut wäre. Er selbst hatte sich aber schon gleichzeitig gefragt, ob es sich um den gleichen Turm handele.
Gegenargument: Es handelt sich nicht um den gleichen Turm. Der Turm der Ritter 'von Zudendorp' wurde umgebaut, was eindeutig aus der Messung von H. Groß vom Landeskundlichen Museum Bonn hervorgeht und in Verbindung mit der nun sicht­baren, vermauerten Tür in der Nordostwand Sinn macht. Schon von außen erkennt man die zwei Bauphasen.

2a) Argument von H. Huck: Der Rheinzoll in Zündorf sei nur vier Monate erhoben worden; für vier Monate würde man keinen Turm bauen.
Gegenargument: In einem Aufsatz 'Unser Porz, Band 15, Seite
111/112 stellte H. Huck selbst fest:

Der Streit zwischen dem Kurfürsten von Köln und Herzog Adolf war mit dem Ende des bergischen Rheinzolls zu Zündorf allerdings noch nicht zur Ruhe gekommen. Noch am 8. September 1431, erinnerte Kurfürst Dietrich den Pfalzgrafen Ludwig daran, daß Herzog Adolf zu Monheim und neuerlich auch zu Zündorf Rheinzollstätten eingerichtet habe ". Dadurch seien des Kurfürsten, Herrlichkeit, Freiheit, Zölle und Rechte schwer geschädigt worden Die Kaufleute führen seitdem weniger auf dem Rhein, wie der Pfalzgraf an eigenen Zöllen wohl festgestellt habe.

Angesichts dieses Sachverhalts erscheint es allerdings als merkwürdig, daß das Domkapitel, die Ritterschaft und die Städte von Kurköln sowie die Ritterschaft und die Städte der Herzogtümer Jülich und Berg beim Schlichten verschiedener Streitpunkte zwischen beiden Herrschaftsbereichen am 29. April 1433 noch klagen, daß ihre Untertanen und die gemeinen Kaufleute durch Landzölle des Kurfürstentums Köln sowie durch Auflegen der herzoglich bergischen Zölle zu Monheim und Zündorf beschwert werden.

Außerdem diente der Turm noch länger der Überwachung des Ha­fens und der damit verbundenen Landzölle. Die vier Monate, wie H. Huck behauptete. dauerten also min­destens von Herbst 143o bis April 1433 - die längsten vier Monate, die ich kenne.

2b) Argument von H. Huck: "Für vier Monate würde man nicht einen solchen Turm bauen".
Gegenargument: Wenn jemand eine Geldquelle erschließt (hier neue Zolleinnahmen), kann der vorher wissen, wann diese Quel­le (durch Verbot) versiegt? - An dieses Verbot hat sich der Herzog ohnehin nicht gehalten.

3.) Argument von H. Huck: Der Turm kann nicht zu Zwecken der Zollerhe­bung gebaut worden sein, da 1486 (also Jahrzehnte später), in Lülsdorf "lediglich ein Zollhaus gezimmert worden ist".

Gegenargument: Warum baute der Herzog von Berg in Monheim,
und Mülheim stark befestigte Zolltürme? Ebenso der Erzbischof in Zons? Warum brachte der Herzog durch Kauf und Tausch die Burg in Lülsdorf für Zollzwecke an sich, wenn eine Bretter­bude genügte? - Man wollte und musste auch Macht demonstrieren.

Ich hatte H. Huck ein Gespräch über die neue Situation und über die neu­en Erkenntnisse angeboten, welches er aber ablehnte. In einer weitschwei­figen, schriftlichen Erwiderung geht H. Huck leider auf keines seiner widerlegten Argumente ein, sondern begnügt sich mit abfälligen Bemerkun­gen über uns Zündorfer.

 


 

 

Vorstand der
Gemeinschaft Zündorfer Ortsvereine:

Josef Müller, Günter Peters, Gabriele Miebach, Ady Pohl
Änderungen vorbehalten.